Neue Steuernummern für zehntausende Firmen in Berlin

Die Betreuung der Konzerne in den Finanzämtern soll verbessert werden, daher werden die Finanzämter für Körperschaften umorganisiert. Eine riesige Welle, die jetzt auf die Berliner Wirtschaft und die Finanzverwaltung zurollt, denn was viele Unternehmer nicht wissen: zum Jahresbeginn 2016 erhalten sie neue Steuernummern.

Rund 85.000 Unternehmen sind betroffen

Genau genommen handelt es sich bei den betroffenen Unternehmen um GmbHs, GmbHs & Co. KGs, Aktiengesellschaften und Unternehmergesellschaften. Das wird für Chaos in den Finanzämtern, aber auch für erhebliche Unannehmlichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen sorgen, denn den Finanzämtern fehlt das Personal, um dieses Mammut-Projekt umzusetzen und die Unternehmer müssen sich zeitnah neue Briefbögen anschaffen, ihren Geschäftspartnern die neuen Steuernummern mitteilen und sich von ihren bisherigen Ansprechpartnern im Finanzamt verabschieden.

Warum diese Umorganisation?

Die Finanzämter hier in Berlin teilen sich die Arbeit regional, so gibt es zum Beispiel das Finanzamt für Körperschaften I mit dem Sitz in der Nähe der Messe, das für den Berliner Norden zuständig ist. In Tempelhof sitzt das Finanzamt für Körperschaften III, zuständig für den Süden und in Lichtenberg das Finanzamt II, welches verantwortlich für den Ostteil der Stadt ist. Das ebenfalls in der Magdalenenstraße ansässige Finanzamt IV kümmert sich um GmbH & Co KGs.

Das Problem: Große Konzerne, die Tochtergesellschaften in unterschiedlichen Standorten unterhalten, haben es derzeit mit verschiedenen Ansprechpartnern zu tun, das möchte die Senatsverwaltung ändern.

2.400 Konzerne profitieren, 85.000 Unternehmer haben Nachteile

Schon jetzt sind die Finanzämter mit dem Arbeitsaufkommen überfordert, denn bisher bearbeiten ungefähr zwei Menschen rund 800 Unternehmen. Da die Behörden noch nicht digitalisiert sind, muss jede einzelne Unternehmerakte angefasst und umgeräumt werden. Drei Wochen lang sollen die Finanzämter im Januar geschlossen bleiben, um dieses Projekt umzusetzen und es ist zweifelhaft, dass dieser kurze Zeitraum ausreichend sein wird.

Schon jetzt klagen Unternehmer über lange Wartezeiten

Wer eine Firma gründen will, der braucht eine Steuernummer, denn ohne diese können weder Aufträge angenommen, noch Rechnungen geschrieben werden. Auch die Umsatzsteueridentifikationsnummer für Geschäfte auf europäischer Ebene kann ohne diese Nummer nicht beantragt werden. Für Existenzgründer ist das fatal, da es bis zu sechs Wochen dauern kann, bis die neue Steuernummer erteilt wird.

Diese Reform wird einiges durcheinander bringen und es ist zu hoffen, dass die neuen Steuernummern frühzeitig mitgeteilt werden und nicht erst in der ersten Januarwoche.